Das Bauwesen ist die klassische Anwendung der Thermografie. Vom Energiegutachten über die Qualitätskontrolle am Bau bis zur Ortung von Schäden ist die Thermografie einsetzbar.


Typische Anwendungen der Thermografie im Bauwesen

 

Sichtbar machen, was
unterm Putz geschieht

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(Eingebautes Regenfallrohr)
 

 


Durch die Wände sehen, wünscht sich jeder. Das kann auch die Thermografie nicht leisten, aber vieles verrät sich doch dadurch, wie die sichtbare Oberfläche erwärmt oder abgekühlt wird. Das Bild im Thermogramm wird durch das Wärmeleitverhalten des Materials darunter und von den Einbauten bestimmt. Deshalb kann aus dem Wärmebild schnell auf das innere darunter geschlossen werden: 

Nässe erhöht die Wärmeleitfähigkeit gegenüber den trockenen Teilen.
Heizleitungen erwärmen die Wand lokal.
Trinkwasserleitungen machen die Wand kühler.
Hohlräume machen die Wand dünner. Damit ist die Wand kühler.
Luft kühlt oder wärmt weniger als Wasser.
Auch Einbauteile wie Holzbalken oder Stahlträger verändern die Wärmeleitung.

Wichtig: Es muß immer ein Temperaturunterschied da sein: Entweder wärmer oder kälter als am Aufnahmeort. Wenn alle Heizungen aus sind und es drinnen genau so warm oder kalt ist wie außen, dan funktioniert Thermografie nicht: Sie lebt vom Temperaturgefälle, denn das ist, was wir sehen!
 


Fußboden- und 
Wandheizungen

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Heizungen in Fußböden oder Wänden sind etwas wunderbares: Sie wärmen so gleichmäßig und bei niedrigsten Vorlauftemperaturen, wohlige Wärme, kein verschwelter Staub, angenehmes Wärmestrahlungsklima. Ja, bis zu dem Tag, an dem sie irgendwo undicht wird, einfriert und/oder man schlicht ein Loch in Wand oder Fußboden bohren möchte. 

Mit Thermografie sieht man die Heizschlangen in Boden oder Wand sofort und deutlich.
Die undichte Stelle verrät sich schnell durch einen warmen Spot.
Ist eine Fußbodenheizung schon lange undicht, zum Beispiel durch einen Sickerbruch, so verrät die Abkühlung durch die Nässe in der Wand die Schadensstelle.
Ältere Fußbodenheizungen sind nicht dicht gegen den Luftsauerstoff. Er diffundiert in die Heizkreise und sorgt per schleichender Korrosion für Verschlammung und Verstopfung. Das Thermogramm zeigt sofort, was los ist.
Wandheizungen wären viel beliebter, wenn man nur wüßte, wo man was an die Wand hängen darf und wo nicht: Warum nicht nach der Installation ein Thermogramm machen, indem man dann immer nachschauen kann ?.
 


Hohlräume

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Wenn sich Hohlräume hinter Wänden, Decken oder Böden verbergen, so wird man das nicht bemerken. Bis es zu ganz "unerklärlichen Effekten" kommt. Besonders Altbauten sind betroffen: Immer wieder umgebaut, von Generation zu Generation weitergereicht, wobei es nicht immer so genau mit der Aufzeichnung der Umbauten zuging. Uns so kommte es zu Spalten, Lücken, Schächten, Luken und Gängen von denen niemand mehr was weiß. 

Hohlräume verraten sich durch die bessere Wärmeableitung, da dort die Wände dünner sind.
Hohlräume können aber auch durch verrutschendes Isoliermaterial entstehen. Auch hier sind die Wände durch viel bessere Wärmeleitung Kühler (oder wärmer im Sommer)
Zugluft oder einströmendes Wasser verraten durch veränderte Wandtemperatur den darunterliegenden Hohlraum.
Und kühlt der Hohlraum die Wand so gut, kann es im Jahreslauf zu Kondensation und damit zu gesundheitsschädlichem Schimmel kommen. Und keiner weiß warum, bevor die Thermografie Klarheit schafft.
 


Heizungsleitungen

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Heizleitungen halten nicht ewig. Ihre Lebensdauer hängt sehr vom Material der leitungen, seis Kupfer, Gußeisen oder Kunststoff, von der Qualität der Verbindungsstellen und vor allem von den chemischen eigenschaften des Heizungswassers ab. Irgendwann nach Jahren oder Jahrzehnten ist es soweit und der Druckabfall am Kessel verrät eine Schadensstelle: 

Oftmals ist dann guter Rat teuer: immer wieder ist das Heizleitungsnetz umgebaut und erweitert worden und es existieren keine Pläne, oder sie sind zu ungenau. Oft auch verlaufen Heizleitungen im Unbekannten, in Schächten, in Winkeln und Ecken, gerade, wie es zur Installationszeit eben kam. Dadurch wird die Lecksuche zum Glücksspiel.

Heizleitungen wärmen entlang ihrem Verlauf die Bausubstanz auf.
Undichte Stellen erwärmen die Wand auf kleinem Raum sogar sehr stark. 
Auslaufendes Heizwasser hinterlässt in der Wand eine unregelmäßige Fließspur.
Und läuft Wasser schon seit langem aus, dann wird dort durch die Nässe das Wärmeleitverhalten der Bausubstanz verändert Auch kalte Flecken verraten Leitungsschäden!.

Empfehlenswert: Bevor man gerade bei "mysteriösem" Heizwasserverlust die Wände gleich räumeweise aufstemmt, kann die Thermografie große Folgeschäden verhindern oder zumindest kleinhalten.
 


Kaltes Leitungswasser 

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Genau wie bei Heizungsleitungen kann die Wärmebildkamera weiterhelfen, wenn Leitungen für kühles Trinkwasser oder Regenrohre undicht werden. Nur ist das Verfahren hier umgekehrt: Jetzt erscheinen diese Leitungen und das austretende Wasser dunkel, weil kühler im Thermogramm. 

Eine gebrochene (zum Beispiel durch Einfrieren) Trinkwasserleitung erzeugt kalte unregelmäßige Flecken in Decken und Wänden.
Auch Regenrohre können durch mangelhafte Isolation zu Schäden, zum Beispiel zu Schimmel durch Auskondensation führen..
 


... und Regenwasser

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Regen ist in Mitteleuropa etwas alltägliches. Nicht jede nasse Wand hat eine defekte Wasserleitung zur Ursache. Drückendes Wasser, Verstopfte Drainagen, Fehlerhafte Ausführung von Regen- und Abwasserabflüssen und mangelhafte Versickerung sorgen für nasse Wände. Neben Ausblühungen und kristallisationen kann es auch zum Verfall und zur Schimmelbildung kommen, ganz abgesehen von der Wirkung auf das Raumklima: 

Eine thermografische Untersuchung zeigt die Quelle des Wassers. Dort ist die Abkühlung am stärksten.
Mit der Wärmebildkamera kann die Sanierung geplant werden. Trockene Gebäudeteile brauchen nicht saniert werden.
Die Thermografie klärt schnell, ob ein Nässeschaden von einer defekten Leitung oder von frei eindringendem Wasser verursacht wird.
Feuchte Wände verraten sich auch unter Kacheln. Mit dem unbewaffneten Auge wäre dort nichts zu sehen.
 


Noch ein Hinweis:
Thermografie ist ein gerichtlich anerkanntes Prüf- und Meßverfahren. Sachverständige, Gutachter und Bauphysiker bekommen durch Thermografie sehr oft schneller Aufschluß, wo der wirkliche Sachverhalt liegt.

Wenn Sie mehr über Thermografie und Gutachten wissen wollen ...


Die ganz normalen Energiesünden aus dem Alltag eines Thermografen
Energiesünden in
Dachböden

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In vielen ungeheizten Innenräumen gibt es Stellen, an denen Energie verloren geht. Gerade der exponierte Dachbereich ist empfindlich für diese Wärmelecks:

Der Boden ist die Decke des obersten bewohnten Stockwerks. Eine fehlende Isolation führt etliches an Heizenergie ab.
Reste der Heizungsinstallation ragen ohne Isolation in den ungeheizten Raum.
Die Abschlußkante des Bodens zur Wand ist nicht luftdicht abgeschlossen. Durchziehende Luft führt weitere Energie ab.
 


Energiesünden an
Heizungsanlagen

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Es gibt an Fassaden sehr häufig vier Ursachen von Energieverlusten, die sich wo man mit der Thermografiekamera auch hinschaut, immer wieder zeigen. Kein Wunder, daß sich die Heizkosten in solchen ganz normalen Häusern auftürmen:

In die nicht isolierte Aussenwand verlegte Heizungsrohre. Sie erwärmen nicht nur die Innenwand, sondern die Außenluft gleich mit. Ein beträchtlicher Teil der Heizenergie verpufft ungenutzt.
Die Fassade ist nicht isoliert. Durch normales Mauerwerk gehen bis zu 2 Watt pro Quadratmeter Energie als Verlust hindurch. Mit moderner Isolation kann man bis zu 90% Energie einsparen.
Die vier Befestigungsbolzen des Heizkörpers leiten die Wärme noch besser durch die Wand. Diese nicht isolierten Wanddurchbrüche tragen zum Wärmeverlust bei.
Das Fenster ist undicht. Die Wärmekapazität der unkontrolliert ausgetauschten Luft trägt weitere Wärme weg.
 


Energiesünden durch
Undichtigkeiten

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Einen gewissen Anteil an den Energieverlusten von Häusern hat auch der unkontrollierte Luftaustausch durch Undichtigkeiten. Kalte Außenluft, die durch Undichtigkeiten des Gebäudes in Decken Wände, Schächte und Spalten eindringt, kann dafür verantwortlich sein. Gerade bei modernen und hochisolierten Bauwerken kann der Energieverlust durch Luftundichtigkeiten einen beträchtlichen Betrag ausmachen. 

Mit Thermografie kann in Kombination mit einer Blower Door der Luftdichtigkeitsnachweis bei modernen Energiesparhäusern in Rekordzeit erbracht werden.
Im Wärmebild verraten sich die Stellen besonders gut, die gegen Winddruck empfindlich sind.
Zugluftquellen werden mit dem Wärmebildverfahren lückenlos aufgefunden und können aufgrund der Kühlwirkung und Ausdehnung der gekühlten Stellen leicht klassifiziert werden. Dadurch wird eine Reparatur oder Nachbesserung effizient und wirksamer.
 


Energiesünden an
Hausfassaden

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Der Löwenanteil der Energieverluste eines gewöhnlichen Hauses im Alter von etwa 20 bis 40 Jahren hat die Wärmeleitung durch die Wände und das Dach. Bis 1973, dem Jahr des ersten Ölpreisschocks, waren speziell isolierte Wände unbekannt. Um Baukosten zu sparen, wurden die Wände immer dünner und dünner. Als Ergebnis stiegen der Energieaufwand bis auf enorme Höhen an. Das Problem ist, daß in Zentraleuropa die meisten Häuser von dieserm Typ sind: Dünne Wände ohne jede Isolation.

Diese typische Hausfassade zeigt eine ganze Menge der Heizungsinstallation von außen.
Das Fenster oben links ist undicht. Das ist sehr häufig, besonders bei halb vergammelten Fenstern mit Holzrahmen.
Die Garage hat eine auffällig erhöhte Temperatur, obwohl sie nicht beheizt wird. Das ist nichts anderes als zurückgehaltene Verlustwärme durch die angrenzede Wand.
Der Keller ist nicht isoliert. Das erhöht nicht nur die Heizkostenrechnung, sondern gefährdet auch die Bausubstanz durch auskondensierende Feuchtigkeit.
 


 

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